Services für Reeder & Offshore Industrie

Die IMO hat die “International Hong Kong Convention for the Safe and Environmentally Sound Recycling of Ships” (HKC) im Mai 2009 verabschiedet, die “EU Ship Recycling Regulation[1] (EU-SRR)” des Europäischen Parlaments trat Ende 2013 in Kraft. Beide Regelwerke verlangen die Dokumentaiton von Gefahrstoffen an Bord von neuen und existierenden Schiffen sowie Plattformen[2] (Inventory of Hazardous Materials - IHM) sowie deren Recycling in Autorisierten Ship Recycling Facilities (SRF).

Die Mitarbeiter von GSR Services sind von DNVGL und ClassNK als „Approved IHM-Experts“ anerkannt. Zusätzlich hat sich GSR Services zu einem hohen Qualitätsstandard durch seine führende Mitgliedschaft bei der IHMA e.V. verpflichtet. Nur so kann gewährleistet werden, dass durch den Status der IHM als „Technical File“ keine negativen Auswirkungen durch eine mangelnde Qualität der IHM für Reeder entstehen können.

Die HKC wird in der EU durch die EU-SRR vorzeitig umgesetzt. Das bedeutet, dass zwischen 2015 und 2020 verschiedene Deadlines für alle EU-geflaggten oder EU-Häfen anlaufende Schiffe über 500GT zu beachten sind. Die folgende Tabelle enthält einen chronologischen Überblick:

 

Inkrafttretung EU-SRR:

30.12.2013

Umsetzung der EU-SRR:

frühestens 30.12.2015, spätestens 30.12.2018

Authorisierung von SRFs:

Ca. Ende 2016

IHMs für Schiffe:

 

  • Neue Schiffes[3]:

ab 30.12.2015 (Bauvertrag)

  • Schiffe für Recycling:

wenn “EU-Liste” verfügbar ist, spätestens ab 30.12.2016

  • Existierende Schiffe:

bis 30.12.2020 (inkl. EU-besuchende Schiffe) oder innerhalb 6 Monate nach Flaggenwechsel zur EU

Tabelle 1: Fristen der EU-SRR

Die IHM

Die “Inventory of Hazardous Materials – Part I” (IHM) dokumentiert Mengen und Örtlichkeiten von Materialien in Struktur und Equipment eines Schiffes, welche gesundheits- oder umweltgefährdend sind. Diese Materialien benötigen besondere Aufmerksamkeit beim Recycling von Schiffen. Die Informationen können aber auch für den Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie Umweltaspekte während des Baus, Betriebs sowie Wartung & Reparatur von Schiffen nützlich sein. IHM bestehen aus drei Teilen, lediglich “Part I” ist für Schiffbau und –betrieb relevant. Die anderen beiden Teile sind lediglich direkt vor dem Recycling zu erstellen. Auch unterschiedliche Gefahrstofflisten sind zu beachten, die folgende Abbildung enthält einen Überblick:

Tabelle 2: Überblick IHM-Teile und dazugehörige Schadstofftabellen

IHMs für existierende Schiffe

Nicht EU-geflaggte (ca. 30.000) Schiffe über 500GT die EU-Häfen anlaufen sind verpflichtet, eine zertifizierte IHM bis Ende 2020 an Bord zu haben. Die IHMs für existierende Schiffe decken vier unterschiedliche Gefahrstoffgruppen ab (für EU-geflaggte Schiffe 5) und können praktikabel mittels Besichtigung und Beprobung erstellt werden. Die Qualität der IHMs ist wichtig, da sie als Basis für die Sicherheit und Umweltschutz beim Recycling dienen und in Form eines „Technical Files“ die Gefahrstoffe Asbest, PCBs, ozonabbauende Substanzen und TBT (zzgl. PFOS für EU-Schiffe) beschreiben. Sollte die IHM nicht akurat sein, drohen rechtlichen Folgen für den Eigner.

Das ausgewogene Verhätlnis zwischen Kosten und Qualität der IHMs ist eine Herausforderung, welche sich die “International Hazardous Materials Association” (www.ihm-association.org) angenommen hat. Die IHMA ist ein internationales Netzwerk von IHM-Professionals, welche eine effektive und qualitativ hochwertige IHM Erstellung anbieten.

Zeitdruck

Die Anzahl der betroffenen Schiffe stellt eine Herausforderung für die maritime Industrie dar, insbesondere wenn sich die Anzahl der IHMs nicht graduell bis zum Fristende entwickelt. Bisher wurde nur eine geringe Anzahl an IHMs erstellt. Die folgende Abschätzung einer progressiven und graduellen Entwicklung bei der IHM-Erstellung bis Ende 2020 zeigt Versorgungslücken auf, die Preise werden dies wiederspiegeln.

Abbildung 1: IHM Entwicklung entsprechend Nachfrage und Angebot

Die große Anzahl der benötigten IHMs und dem damit verbundenen Arbeitsaufkommen wird noch durch das Risiko der Identifizierung von Asbest an Bord ergänzt. Entsprechend SOLAS und MSC Circ. 1374 muss Asbest , welches nach Sommer 2002 illegal installiert wurde, innerhalb von drei Jahren entfernt nach dessen Identifizierung werden.

Was ist zu tun?

Abbildung 2: Aktivitäten für Eigner

Kontrollen

Bereits heute finden im Rahmen von PSC-Kontrollen Asbestuntersuchungen in Häfen der Niederlande und Australien statt. Sollten gefährliche Bedingungen an Bord vorgefunden werden, kann ein Schiff als „nicht inspizierbar“ eingestuft werden, dadurch entweder festgehalten, oder aus den Territorialgewässern verbannt werden. In diesem Falle ist das Schiff nicht mehr “fit for purpose” und damit vom Verlust des Chartervertrages bedroht. Von diesen Maßnahmen sind häufig junge Schiffe (<10 Jahre) betroffen!

Auswege

Sind die Asset Values korrekt oder muss für das Schiff mit ungeplanten Kosten durch Asbest an Bord sowie Festhaltungen gerechnet werden? Ist die Crew sicher? Diese Fragen können durch eine IHM beantwortet werden und zugleich rechtzeitig die Rechtskonformität vor Erreichen der EU-Fristen sichergestellt werden.

Das Recycling Ihres Schiffes oder Ihrer Plattform liegt ausschließlich in Ihrer Verantwortung. Im Falle einer „sub-optimalen“ Vorgehensweise muss mit schlechter Publicity, weiteren Maßnahmen gegen Sie sowie Kosten gerechnet werden. Dies ist nicht nur den Verantwortlichen für Clemenceau, Otapan, Blue Lady (ex Norway), Brent Spar, oder Exxon Valdez so ergangen.

Allen gemein ist, dass keinerlei Gefahrstoffe dokumentiert wurden. Eine korrekte Inventory of Hazardous Materials (IHM) ist die Grundlage, um sicheres und umweltgerechtes Recycling zu ermöglichen. Ohne IHM kann weder eine passende Recycling Facility ausgewählt werden, noch eine gesicherte Planung durch den Recycler erfolgen.

Die effektive Erstellung und Pflege einer IHM kann durch uns erfolgen oder arrangiert werden.

Die Kommunikation durch die Lieferkette zur Erfassung und Pflege der relevanten Dokumentation (SDoC, MD, IHM) wird optimal durch die Nutzung des CDX Services unseres Partners HP unterstützt.

Zusätzlich können wir Ihnen Hilfestellung zum Umgang mit Gefahrstoffen an Bord geben (SOPs) sowie eine evtl. gewünschte Schadstoffsanierung arrangieren.

Darüber hinaus bieten wir Ihnen auch Unterstützung bei den Vorbereitungen und Überwachung vom „grünen Recycling“ an.

Gerne können Sie sich mit spezifischen oder allgemeinen Fragen an uns wenden. Wir verfügen über den notwendigen Überblick, um Sie durch diese neuen Herausforderungen zu lotsen.


[1] REGULATION (EU) No 1257/2013 OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE COUNCIL of 20 November 2013 on ship recycling and amending Regulation (EC) No 1013/2006 and Directive 2009/16/EC

[2] "ship" means a vessel of any type whatsoever operating or having operated in the marine environment, and includes submersibles, floating craft, floating platforms, self-elevating platforms, floating storage units (FSUs), and floating production storage and offloading units (FPSOs), as well as a vessel stripped of equipment or being towed

[3] ‘new ship’ when on or after date of application of regulation:

(a) building contract is placed; or

(b) keel is laid six months later; or

(c) delivery thirty months later.